Kunst & Architektur

Studiokino

Cineastische Begegnungen

Mit dem eigenen Studiokino setzt das Castell einen weiteren kulturellen Akzent. Es ist die logische Ergänzung zu Kunst, Architektur, innovativer Kulinarik und Hamam. Das hochkarätige Filmprogramm wird jeweils vom Zürcher Filmpublizisten Walter Ruggle zusammengestellt. Dabei sind Entdeckungen garantiert und Wiederbegegnungen in der entspannten Atmosphäre des Berghotels möglich. Die Filme sind unterhaltsam oder sinnlich besinnlich.

Die Kinovorstellungen jeweils am Donnerstag sind öffentlich. Sie lassen sich mit dem passenden Dinner im hoteleigenen Restaurant und/oder einem Besuch im Castell Hamam kombinieren. Die Vorführungen regen die Diskussion zwischen Gästen und Einheimischen an. Ziel ist es, das kulturelle Angebot im Engadin um ein weiteres Thema zu erweitern sowie Veranstaltungen und Workshops rund um die Filmkunst anzubieten.

Eintrittspreise

Hotelgäste: gratis
Externe: CHF 12.-
Film & Dinner 3 Gänge: CHF 65.-
Film & Dinner 3 Gänge & Hamam: CHF 95.-

PROGRAMMÜBERSICHT AKTUELLE SAISON

As I Open My Eyes -
A peine j’ouvre les yeux
16.06.2016 und 21.07.2016

Leyla Bouzid, Tunesien 2015,
102 Min.,
ab 14 Jahren - Arab./d/f

Tunis kurz vor der Zeit, die oft als arabischer Frühling bezeichnet wird. Farah ist gerade mal 18, hat ihr Abitur gemacht, und die Familie stellt sie sich bereits als Ärztin vor. Sie aber singt fürs Leben gern in einer Rockband und rebelliert mit politischen Texten gegen die einengende Gesellschaft. Das ist das vibrierende Porträt einer jungen Frau, die gegen männliche Strukturen Sturm läuft, abhebt und auf den Boden der Realität fällt. Ein explosiver Film, der am Filmfestival von Venedig seine Premiere hatte und den Publikumspreis gewann.

Ken Bugul - Schriftstellerin
23.06.2016 und 22.09.2016

Silvia Voser,
Senegal 2015,
62 Minuten,
ab 12 Jahren - F/d

Ken Bugul wird als eine der hervorragendsten senegalesischen SchriftstellerInnen der französischsprachigen Literatur der letzten Jahrzehnte betrachtet. Ihre Romane, darunter der Erstling «Die Nacht des Baobab» sind ein wichtiger und radikaler Bezugspunkt, da Ken Bugul es versteht, auf meisterhafte Weise und in einem ganz eigenwilligen Stil, eine hochliterarische französische Sprache mit den Rhythmen, den Ausdrucksweisen und den gedanklichen Grundstrukturen des Wolof, ihrer Muttersprache, dicht zu verweben. Silvia Voser führt uns mit Feingefühl in dieses geheimnisvolle und bewegte Leben.

La historia oficial
30.06.2016 und 18.08.2016

Luis Puenzo,
Argentinien 1985,
112 Minuten,
ab 16 Jahren - SP/d/f

In Argentinien ist das Ende der Militärjunta in Sicht, offene Wahlen stehen bevor. An ihrer Schule lehrt Alicia unbeirrt die offizielle Geschichte, spart die Gräueltaten der Diktatur aus. Auf die drängenden Fragen ihrer Schüler reagiert sie mit Unverständnis. Die Rückkehr ihrer Freundin Ana aus dem Exil und die Demonstranten auf der Plaza de Mayo zwingen die Mutter eines adoptierten Kindes, sich mit der noch inoffiziellen Geschichte des Landes auseinanderzusetzen. Der Oscar gekrönte Film wird in restaurierter Fassung gezeigt und hat nichts an seiner Erzählkraft verloren. Eine bewegende Geschichte.

Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich...
07.07.2016 und 06.10.2016

Fredi M. Murer,
Schweiz 1974,
108 Min.,
ab 12 Jahren - Dialekt/d

Der grosse Klassiker unter den Bergfilmen aus der Schweiz spiegelt die unterschiedlichen, nebeneinander existierenden Entwicklungsstadien des Bergkantons Uri. In Göschenen, am Fusse des an der europäischen Nord-Süd-Achse liegenden Gotthards, sind aus den ehemaligen Bergbauern Angestellte und Arbeiter geworden. Im Schächental pflegt man noch die traditionelle Familien-Alpwirtschaft. Und das Dorf Bristen im Maderanertal findet sich mitten im Umbruch. «Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind» erstrahlt dank restaurierter Kopie in neuer Frische: Ein Evergreen! 

Nomaden des Himmels
14.07.2016 und 04.08.2016

Mirlan Abdykalykow,
Kirgisien 2015,
81 Min.,
ab 12 Jahren - OV/d/f

Eine Nomadenfamilie lebt mit ihren Pferden in der berauschenden Natur Kirgistans. Schaiyrs Mann ist vor Jahren im nahen Fluss ertrunken. Eine neue Liebe bahnt sich an, als der Meteorologe Jermek seine Mess-Station neben Schaiyrs Zuhause aufbaut. Erzählt im sanften Rhythmus des Nomadenlebens, nimmt uns Regisseur Mirlan Abdykalykow mit auf eine Zeitreise in das so leicht verwundbare Herz einer Familie und hinein in die traumhafte Natur der Bergwelten Zentralasiens, die ferne Verwandte der Schweizer Berge sind. «Ein stilles Kleinod von berührender Schönheit», hat die Zeitschrift Cinema notiert.

La memoria del agua
25.08.2016 und 29.09.2016

Matias Bizé,
Chile 2015,
88 Min.,
ab 16 Jahren - SP/d/f

Amanda und Javier lieben einander und leben glücklich mit ihrem vierjährigen Buben im eigenen Haus, bis ein Unfall, geschehen in einem Moment der Unaufmerksamkeit, ihnen das Kind raubt. Der Film setzt danach an: Wie weiter mit dem Leben, wie weiter in der Liebe? Amanda möchte Distanz gewinnen und erkennt in Javier immer den gemeinsamen Sohn. Matías Bize versteht es vorzüglich, aus der Fragilität des Moments das Ganze zu betrachten und Antworten zu suchen auf die Frage: Was ist das überhaupt, die Liebe?

Rara
21.07.2016 und 01.09.2016

Pepa San Martín,
Chile 2016,
90 Min.,
ab 14 Jahren - SP/d/f

Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Sara mit ihrer jüngeren Schwester bei der Mutter, die jetzt mit einer Frau zusammen ist. Der Alltag der vier unterscheidet sich kaum von dem anderer Familien. Fu?r Sara ist die Situation eigentlich ganz in Ordnung. Doch nicht alle sehen es so, insbesondere ihr Vater hat Bedenken. Als Saras 13. Geburtstag ansteht, ist sie überfordert: die erste Verliebtheit, ein Körper, der sich verändert, und jetzt auch noch Loyalitätskonflikte mit den Eltern. Das einfühlsame Spielfilmdebüt der Regisseurin Pepa San Martín beruht auf wahren Ereignissen. Patchworkfamilie, na und?

Innocence Of Memories - Orhan Pamuk
11.08.2016 und 08.09.2016

Grant Gee,
GB/Türkei, 2015,
97 Min.,
ab 16 Jahren - E/T/d/f

In seinem grossartigen Roman «Das Museum der Unschuld» erzählt der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk von einer leidenschaftlichen und unglücklichen Liebe im Istanbul der 1970er Jahre. Kemal, ein junger Mann aus der Oberschicht, verfällt der Liebe zu einer armen Verwandten - der blutjungen, naiven und wunderschönen Füsun. 2012 entwirft der Schriftsteller in einem Haus in Istanbul ein Museum, das Fotos, Erinnerungsgegenstände und Dokumente versammelt, die aus der Welt des Buches stammen. Ein grossartiger Essay?lm begibt sich auf die Spuren Pamuks. Eine Art «Vertigo von Istanbul».

A Dragon Arrives!
15.09.2016 und 13.10.2016

Mani Haghighi,
Iran 2016,
108 Min.,
ab 16 Jahren - Farsi/d/f

Ein orangefarbener Chevrolet Impala fährt u?ber einen Friedhof inmitten einer Wüstenlandschaft auf ein verlassenes Schiffswrack zu. Im Inneren des Wracks hat sich ein verbannter Gefangener erhängt. Die Wände sind übersät mit Aufzeichnungen, Zitaten und rätselhaften Zeichen. Können sie Kommissar Babak Hafizi bei seinen Ermittlungen nutzen? Mithilfe eines Toningenieurs und eines Geologen beginnt Hafizi seine Recherchen auf der Insel im Persischen Golf. Mani Haghighi entwirft eine absurd-groteske Versuchsanordnung. Alles wirkt wahr, aber was ist schon die Wahrheit?

Castell Videoart Collection

Series 1
Roman Signer, Kleine Ereignisse
Tadashi Kawamta, Installation Felsenbad im Alpenschloss Hotel Castell
Roman Signer, Ein Hauch Kultur

Series 4
Roman Signer, Biennale di Venezia, 2099
Steven John Pippin, „The Continued Saga of an Amateur Photographer“, 1993
Roman Signer,  Arbeiten 1994-1996

Series 2
Elodie Pong, Sculptures, 2011
Joanna Seitz and Kerry Downey, „To Do List“, 2012-2014

Series 5
Romain Mader, Arbeiten 2009 – 2012
Franziska Bieri, „Z’abe näh“, 2009
Taro Izumi, Letter of Fur, 2007
Taro Izumi, Water-Flow Laundry, 2007
Christoph Rütimann, Handlauf Rämistrasse Zürich, 2005

Series 3
Cinthia Marcelle, Unus Mundus – Confronto, 2005
Judith Albert, limone, 2010
Alexandra Meyer, Kopf, 2012
Judith Albert, Haare, 2009

Series 6
Pipilotti Rist, Kompilation, Videos 1986-1992

 

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