Kunst & Architektur

Architektur

Tradition und Moderne

In der Architektur des Hotels Castell trifft Tradition auf Moderne – Bündner Heimatstil auf absolute Weltklasse.
Dabei wird sie von drei grossen Architekten geprägt:
Nicolaus Hartmann setzte im Jahr 1912/13 den Grundstein mit dem markanten Gebäude. Das Dach des Turmes brannte ab und wurde dann durch die charakteristischen Zinnen ersetzt.

Der grosse Umbau im Jahre 2004/05 trägt die Handschrift des UN-Studios Amsterdam (Chesa Chastlatsch, Hamam, Hälfte der Zimmer) sowie des einheimischen Architekturbüros Ruch in St.Moritz (andere Hälfte der Zimmer im modernen alpinen Stil).

Zusätzliche Farbtupfer setzten die Architektin Gabrielle Hächler und die Künstlerin Pipilotti Rist im Jahre 1998 mit ihrer «Roten Bar» sowie Tadashi Kawamata mit der leicht federnden Holzterrasse, die optisch den Bezug zum Felsenbad herstellt. Ein weiterer Markstein ist der offene Turm – eigentlich eine Lichtinstallation mit Blick zum Himmel – des amerikanischen Künstlers James Turrell.

Nicolaus Hartmann der Jüngere

Die Bauten des St.Moritzer Architekten Nicolaus Hartmann d. J. (1880–1956) stellen einen unübersehbaren und vielbeachteten Teil der Geschichte der Schweizerischen Architektur des 20. Jahrhunderts dar. Mit seinem «Bündner Heimatstil» hat er die Baukultur Graubündens und des Engadins beinahe ein ganzes Jahrhundert während dem grossen wirtschaftspolitischen Aufschwung der bündnerischen Tourismuszentren mitgeprägt.
Bewusst griff er auf regionalistische, traditionsgebundene Bauformen zurück und stützte sich auf örtliche Materialien und solides Handwerk. Zeitlebens blieb er Vertreter der Heimatschutzbewegung.

Neben der Hotellerie war die RhB sein grösster Auftraggeber. Dazu kamen diverse Restaurationsarbeiten an Burgen und Schlössern. Zu den wichtigsten Bauten im Engadin gehören neben dem Castell das Hotel La Margna in St.Moritz, das Bahnhofsgebäude auf der Alp Grüm, die Gedenkstätte Giovanni Segantini, die im Jahre 1998/99 von Hans-Jörg Ruch sensibel saniert wurde, das Engadiner Museum, die Kirche in St.Moritz-Bad, die Alpenrose in Sils und das Lyceum Alpinum Zuoz.

UN-Studio, Amsterdam

Sie bauten die Erasmus-Brücke, das Wahrzeichen von Rotterdam, entzückten die Architekturwelt mit dem «Möbius Haus» in Het Gooi. Sie erhielten jede Menge Publizität wegen der hydraartig verschlungenen Türme, die sie gemeinsam mit United Architects für Ground Zero vorschlugen. Sie bauen das neue Mercedes Museum in Stuttgart und die Chesa Chastlatsch am Hang oberhalb Zuoz.
Das von Ben van Berkel und Caroline Bos geführte UN-Studio hat sich international etabliert, Van Berkel ist mittlerweile auf dem Weg vom Star zum Superstar. Für ihn hat der Baustil im klassischen Sinn ausgedient. «Heute geht es um Ästhetik, Prinzipien und die inneren Werte der Architektur – Organisation der Räume, Atmosphäre, Bewegung. Es geht darum, wie wir alles Wissen optimal für die Bedürfnisse der Menschen einsetzen können.»

Ruch Architektur, St.Moritz

Zahlreiche herausragende Um- und Neubauten im Engadin tragen eine Handschrift – jene von Hans-Jörg Ruch. Mit viel Gespür bringt er Gegensätzliches in ein Spannungsverhältnis, renoviert gekonnt historische Engadiner Häuser, baut Feriensitze, Banken, eine Bibliothek, Hotels, Konsumtempel, ein Strom-Unterwerk und sogar eine SAC-Hütte.
Gekünsteltes und Ineinandergewursteltes sind dem weitgereisten Kosmopoliten ein Gräuel. Schon bei der Wahl der Materialien beschränkt sich Hans-Jörg Ruch auf rohen Beton und Eisen, Glas, ein Holz, einen Stein. Weniger sei besser, mehr bereits zu viel.

Ruch Architektur, St.Moritz

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